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Seit nunmehr fast eineinhalb Jahrhunderten gibt es
in Brüssel eine katholische Gemeinde Deutscher Sprache. In
den Anfängen war es eine so genannte "Deutsche Mission", die
sich der Seelsorge an Kaufleuten, Handwerkern, Gesellen auf Wanderschaft,
hausangestellten Frauen und in Not geratenen Deutschen widmete.
Die Gottesdienste feierte die Gemeinde in der Salazarkirche im Zentrum
der Stadt, bis diese städtebaulichen Veränderungen zum
Opfer fiel. Es war ein weiter Weg, bis sich St. Paulus so darstellen
konnte wie heute: Eine selbstbewusste, von vielen jungen, politisch
und intellektuell interessierten Menschen geprägte Gemeinde,
deren Zentrum eine Kirche ist, die modern und zukunftsweisend ist.
Grund genug, das Jahr 2010 zu feiern.
Dabei ist aber Feiern nicht
nur als Feiern im eigentlichen Sinne gedacht. Vielmehr werden über
das ganze Jahr Veranstaltungen stattfinden, die - durch ein breites
inhaltliches Spektrum geprägt - unterschiedliche Menschen ansprechen
sollen.
Im kulturellen Bereich sind wir sehr froh, eine Gruppe
von Musikern um den Brüsseler Domorganisten Xavier Deprez herum
gefunden zu haben, die eine Reihe außergewöhnlicher Bachkonzerte
in unserer Kirche aufführen wird.
Eine ganz andere Art von kulturellem Genuss bietet
Diakon Pauels, der im Rheinland und darüber hinaus über
den Karneval ein bekannter Kabarettist kirchlichen Lebens geworden
ist.
Ein Grundprinzip des Festprogrammes sollte aber vor
allem sein, nachhaltig über das Jahr 2010 hinaus zu wirken.
In diesem Sinne sind die geistlichen Angebote zu verstehen:
Pallottinerpater Hubert Lenz ist seit vielen Jahren
in der Weiterentwicklung erwachsenenkatechetischer Modelle tätig.
Sein Glaubenskurs richtet sich in der Fastenzeit an Menschen, die
in der Gruppe ihre eigenen Glaubensansichten vertiefen und miteinander
austauschen möchten.
Pfarrer Peter Dyckhoff ist einer der renommiertesten
geistlichen Schriftsteller im deutschsprachigen Raum und Experte
in der meditativen Gebetsform des "Ruhegebetes". Seine Einführung
in diese Form an den letzten drei Tagen im Oktober 2010 bietet die
Möglichkeit, geistliche Quellen im eigenen Inneren zu eröffnen.
Praktische Lebenshilfe verspricht das Angebot "Projekt
Lebensmitte". Hier wird eine Lebenssituation aufgegriffen, die eine
Zahl von Mitgliedern unserer Gemeinde aus eigener Anschauung kennt.
Oft bleibt man damit allein. Hier wird eine Möglichkeit geboten,
diese Vereinzelung zu überwinden.
Auch die anderen Veranstaltungen wollen über
den Tag hinaus wirken und damit neue Akzente in St. Paulus setzen.
Besonders dankbar sind wir, dass der inzwischen emeritierte
Karl Rahner-Schüler und früherer Inhaber des Lehrstuhles
für Pastoraltheologie an der Universität Wien für
den Festvortrag gewonnen werden konnte. Prof. Paul-Michael Zulehner
ist als kritischer und geistreicher Kommentator kirchlicher und
gesellschaftlicher Phänomene bekannt geworden.
Aufmerksame Beobachter des Programmes werden festgestellt
haben, dass keine Angebote für Kinder und Jugendliche aufgeführt
sind. Allerdings heißt das nicht, dass es diese nicht geben
wird - sie werden nur anders und später beworben. Denn gerade
die Kinder sind prägend für St. Paulus und werden über
die schon jetzt bestehenden Angebote hinaus noch eigene Programmpunkte
in 2010 finden können.
"Erinnern - Feiern - Glauben" steht Überschrift
über diesem Programm.
Die Erinnerung an die vergangenen Jahre ist Grund
genug zum Feiern, aber eben auch Ansporn, den Glauben weiter in
die Zukunft zu tragen.
Wir wollen damit nicht unter uns bleiben. Informieren
Sie bitte jeden, bei dem Sie ein gewisses Interesse an diesem Programm
und an unserer Gemeinde vermuten. Der Glaube und unsere Erfahrungen,
die wir damit gemacht haben, sind viel zu wertvoll, um nur unter
uns weitergegeben zu werden.
Wolfgang Severin
im Dezember 2009
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